Reflexionstagebuch im Beruf: warum 15 Minuten am Tag einen Unterschied machen
von Marion Salomaa, ICF-zertifizierter Coachin · Stand: Oktober 2026
Die kurze Antwort: Ein Reflexionstagebuch im Beruf heißt, am Ende des Tages ein paar Minuten festzuhalten, was du gelernt hast und was du beim nächsten Mal anders machst. In einem Feldexperiment von Forschenden der Harvard Business School und der HEC Paris schnitten Mitarbeitende, die in ihrer Einarbeitung die letzten 15 Minuten jedes Tages schriftlich reflektierten, im Abschlusstest um 23 Prozent besser ab als andere.
Was die Studie gezeigt hat
Giada Di Stefano, Francesca Gino, Gary Pisano und Bradley Staats untersuchten in ihrem Arbeitspapier „Learning by Thinking“, wie Reflexion das Lernen beeinflusst. Im Feldexperiment bei einem großen Dienstleister verbrachte eine Gruppe von Mitarbeitenden in der Einarbeitung die letzten 15 Minuten des Tages damit, über das Gelernte zu schreiben. Diese Gruppe schnitt im Abschlusstest um 23 Prozent besser ab.
Die Forschenden erklären das so: Wer reflektiert, versteht besser, was er tut, und traut sich mehr zu. Es ist ein Arbeitspapier aus einem bestimmten Umfeld, kein allgemeines Versprechen. Aber es zeigt, dass schon wenige Minuten Nachdenken einen messbaren Unterschied machen können.
Fragen für den Arbeitsalltag
- Was habe ich heute gelernt, fachlich oder über Menschen?
- Was lief heute gut, und was war mein Anteil daran?
- Was lief nicht gut, und was mache ich beim nächsten Mal anders?
- Welches Gespräch geht mir nach, und warum?
- Welche Entscheidung habe ich heute getroffen, und wie sicher war ich?
- Wo habe ich heute jemandem geholfen, oder Hilfe gebraucht?
- Was nehme ich mir für morgen vor?
Besonders wertvoll in Übergängen
Neue Rolle, erste Führungsaufgabe, ein großes Projekt: Gerade in Übergängen lernt man am meisten und vergisst am schnellsten, wie man es gelernt hat. Ein Reflexionstagebuch macht diesen Weg sichtbar, für dich selbst und für Gespräche mit Mentorin, Mentor oder Team.
Sprechen statt schreiben
Am Ende eines langen Arbeitstages fällt Schreiben oft schwer. Sprechen geht leichter, zum Beispiel auf dem Heimweg. Mit Sorelia sprichst du deine Gedanken ein, Sorelia fragt nach und hält deine Antworten als Seiten fest. Entwickelt wurde Sorelia von einer ICF-zertifizierten Coachin. Ehrlich dazugesagt: Sorelia ist ein Werkzeug zum Festhalten und Nachdenken, kein Coaching.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht ein Reflexionstagebuch?
In der Studie waren es 15 Minuten am Tag. Schon fünf bis zehn Minuten sind ein guter Anfang.
Was ist der Unterschied zu einem normalen Tagebuch?
Ein Reflexionstagebuch fragt gezielt nach dem Lernen: Was ist passiert, was bedeutet es, was mache ich daraus?
Sollte ich es mit meinem Team teilen?
Das entscheidest du. Viele halten es privat und nehmen nur einzelne Erkenntnisse mit ins Gespräch.
Aus Erfahrung lernen.
Sprich ein, was dich heute beschäftigt hat. Sorelia fragt nach und hält es für dich fest.
Auf die WartelisteMarion Salomaa
Marion Salomaa ist Coachin mit ICF-Zertifizierung und die Gründerin von Sorelia. Aus ihrer Coaching-Praxis stammen die Fragen, mit denen Sorelia Menschen beim Erzählen ihrer Lebensgeschichte begleitet: gesprochen statt getippt, und am Ende als gedrucktes Buch in den eigenen Worten.